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Immanuel Klinik Rüdersdorf


Aus: Märkische Oder Zeitung (MOZ), 25.6.2003

 

Energiekosten halbiert

 

Rüdersdorfer Krankenhaus als erste Brandenburger Einrichtung mit Gütesiegel ausgezeichnet

Von Irina Voigt

 

Rüdersdorf (MOZ) Als erste Einrichtung ihrer Art im Land Brandenburg wurde gestern dem Evangelisch-Freikirchlichen Krankenhaus vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland das Gütesiegel als Energie sparendes Krankenhaus verliehen.

 

"Das ist ein besonderer tag fürs Gesundheitszentrum Rüdersdorf", freut sich Elimar Brandt, Geschäftsführender Direktor des Evangelisch-Freikirchlichen Krankenhauses Rüdersdorf, anlässlich der Verleihung des Gütesiegels. Brandt erinnerte an die legendäre SPD_Gesundheitsministerin Regine Hildebrandt, mit der er Anfang der 90er Jahre über Möglichkeiten der alternativen Energieversorgung des Krankenhauses beraten hatte. Sie habe schon politischen Rückenwind gegeben, als anderenorts noch Skepsis vorherrschte.

 

Der langjährige technische Direktor Dieter Hertel, jetzt im Ruhestand, berichtete von den Anfängen in Rüdersdorf. 1964 wurde für den Krankenhausneubau der erste Dampferzeuger in Betrieb genommen. Damals wurden 5000 bis 6000 Tonnen Briketts und Rohbraunkohle im Jahr von Hand verfeuert. Später ging das Heizhaus in Trägerschaft der Wohnungsverwaltung über bis das Krankenhaus an die Fernwärmeversorgung angeschlossen wurde. Dann gab es eine Übergangsregelung mit zwei transportablen ölgefeuerten Dampferzeugern, bis am 1. Juli 1999 das erdgasbetriebene Blockheizkraftwerk in Betrieb ging. In dieser Entwicklung war es möglich, die Energiekosten von zu Beginn 1,2 Millionen Mark auf derzeit 300 000 Euro zu senken. Und nicht nur hier wurde systematisch gespart. Die neue Küche bekam eine elektronische Energieoptimierung und es wurden die Leuchtmittel auf Energie sparende umgestellt. Brandt vergaß aber nicht zu betonen, dass in Rüdersdorf alles daran gesetzt werde, bei aller Ökonomie den Menschen, den Patienten, in den Mittelpunkt des Wirkens zu stellen.

 

Die Energieverbrauchswerte liegen nunmehr um 18 Prozent unter denen von vergleichbaren Krankenhäusern im Bundesdurchschnitt. Dadurch werden jährlich an die 450 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid weniger in die Atmosphäre freigesetzt.

 

"Ein deutlicher Beitrag zum Klimaschutz", erklärt Axel Kruschat, Geschäftsführer des BUND Brandenburg, der die Auszeichnung an die Rüdersdorfer übergab. Dieses Krankenhaus zeige mit seinem Engagement, sagte er, dass Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz sich aufs beste ergänzen. Er freute sich besonders über die Auszeichnung - seit 2001 werden Kliniken ausgezeichnet, und Rüdersdorf ist die Achte in der Reihe -, da die Einrichtung Maßnahmen in Eigeninitiative durchgeführt habe.

 

Eine Bilanz ziehen und Ausblick auf Neues geben konnte dann noch der technische Leiter des Rüdersdorfer und Woltersdorfer Krankenhauses, Reinhard Peschke. Nachdem das Rüdersdorfer Krankenhaus mit dem Blockheizkraftwerk drei Viertel seines Energiebedarfs aus eigener Anlage deckt, sieht Peschke auch die Verpflichtung, auch künftig dafür zu sorgen, den Energieverbrauch weiter zu senken. So knobelt er an einem Verfahren aus der Düsentriebwerkstechnik nach dem Prinzip des Nachbrenners.

 

Aber erst einmal wird das neue Schild, das neben dem Zertifikat als Energie sparendes Krankenhaus überreicht wurde, auf das Gütesiegel öffentlich im Eingangsbereich der Klinik hinweisen.

 

 

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