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Newsletter Ausgabe 2/2013

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

wegen des Hochwassers im Juni mussten drei Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt ihre Patienten vorsorglich evakuieren. 2002 waren sie schon einmal betroffen. Weitere Kliniken blieben verschont. Krankenhäuser leisten einen wichtigen Beitrag bei Krisen, auch untereinander, und können noch mehr! So haben erneut zwei Einrichtungen ein klares Signal für den Klimaschutz gesetzt.

 

In diesem Frühjahr ging das BUND-Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ an das St. Marien-Hospital Lüdinghausen in Nordrhein-Westfalen und an die Clinic Neuendettelsau in Bayern. Damit sind nun 42 Einrichtungen bundesweit mit dem Siegel ausgezeichnet worden. Auch wenn es nicht kurzfristig gegen Hochwasserkatastrophen wirkt, so hat ihr Engagement einen sehr positiven Effekt auf die Betriebskosten, den Energieverbrauch und die klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen.

 

Die Bundesländer unterstützen die Aktivitäten der Krankenhäuser unterschiedlich. Förderungen durch das Land Baden-Württemberg und Bayern finden Sie hier im Newsletter. Dabei achten Sie bitte auf die Antragsfristen.

 

Besondere Energiesparbeispiele werden bei der diesjährigen BUND-Netzwerkveranstaltung am Mittwoch, den 30. Oktober 2013, in Berlin vorgestellt. Bitte merken Sie sich den Termin vor!

 

Der Sommer ist noch zurückhaltend, doch in Berlin ist Ferienzeit. Nach einer kleinen Pause freue ich mich auf unsere weitere Zusammenarbeit. Bis dahin wünsche ich allen viel Sonne, ein angenehmes Klima und beste Erholung

Ihre

Annegret Dickhoff

 

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Inhalt:

1. Clinic Neuendettelsau ist zweites Krankenhaus in Bayern mit BUND-Siegel

2. St. Marien-Hospital Lüdinghausen setzt Energiekonzept mit Biogas-BHKW um

3. Fördermöglichkeiten für Energieeffizienzmaßnahmen in Krankenhäusern

4. Tagungshinweise

5. „Deine Welt: Dein Klima“ – Abstimmung für Gütesiegel bei EU-Kampagneagungshinweise

 

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1. Clinic Neuendettelsau ist zweites Krankenhaus in Bayern mit BUND-Siegel

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Die Clinic Neuendettelsau ist das zweite Best-practice-Beispiel für Energieeinsparung in Bayern. Im Süden Deutschlands haben sie schon lange ein starkes Bewusstsein für Umwelt- und Naturschutz, doch hatte sich erst 2011 das erste Bayrische Krankenhaus um das Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ beworben. Nun zog die Clinic Neuendettelsau nach. Die Einrichtung mit 150 Betten ist ein umfangreich renoviertes Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung, das ein breites und auch spezielles medizinischen Leistungsspektrum anbietet. Seit 2009 betreibt ihr Träger, die Diakonie Neuendettelsau, ein fast neu errichtetes Gebäude. Doch dann hat sie nach Abschluss der Gebäudemodernisierung den Betrieb der technischen Infrastruktur noch einmal angepasst. Es wurde in die Reduzierung des Strombedarfs sowie in die Optimierung der Wärmeversorgung investiert. Im Ergebnis brachte dies eine jährliche Einsparung von 1.731.000 kWh Strom und 548.000 kWh Wärme, 30,2 % bzw. 689 Tonnen weniger CO2. Die Energiekosten sanken um gut 228.000 Euro pro Jahr.

 

Seit dem Jahr 2000 nutzt die Clinic ein BHKW (110 kW elektrisch, 178 kW thermisch). Durch eine optimierte Heizungsregelung, automatische Pumpenabschaltungen, eine Wärmerückgewinnungsanlage in sechs Kleinkälteanlagen, einem Rotationswärmetauscher in der Lüftungsanlage und anderen Maßnahmen konnte der Wärme- und Strombedarf deutlich verringert werden. Zusätzlich wurde eine 45 kWp PV-Anlage auf 360 Quadratmetern Dachfläche installiert. Bei der Beleuchtung wurden in den Fluren zwei Drittel und insgesamt ein Drittel (200 Stück) der Leuchtmittel ohne Qualitätseinbußen reduziert. Nachts wird bedarfsgerecht beleuchtet, mit Zeitsteuerung und Bewegungsmeldern gearbeitet. LED-Leuchten kommen zum Einsatz und Leuchtstoffröhren sind in ihrer Leistung angepasst. Die Lüftung läuft jetzt nachts weniger oder wird ganz ausgeschaltet. Ein Energiemanagement und eine moderne Gebäudeleittechnik ermöglicht viele dieser Verbesserungen.

 

Die Gütesiegelvergabe übernahm Bernd Horbaschek vom Bund Naturschutz Bayern e.V., dem Bayrischen Landesverband des BUND. Unter den Rednern war unter anderem Ministerialdirigent Herwig Heide vom Bayrischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, der auch kurz das Green Hospital Programm des Landes, eine Ergänzung zum BUND-Gütesiegel, vorstellte.

 

Mehr Informationen unter:

www.energiesparendes-krankenhaus.de/index.php

 

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2. St. Marien-Hospital Lüdinghausen setzt Energiekonzept mit Biogas-BHKW um

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Nun hat Nordrhein-Westfalen gleich gezogen mit Berlin, denn im Münsterland feierte das St. Marien-Hospital Lüdinghausen als zehnte Klinik in seinem Bundesland die Verleihung des BUND-Gütesiegels „Energie sparendes Krankenhaus“. Das Hospital hatte die Zeichen der Zeit erkannt und frühzeitig beschlossen, aufgrund des demographischen Wandels seine medizinischen Leistungen neu auszurichten. Dem Akutkrankenhaus der Grundversorgung wurde ein Neubau für eine geriatrische Rehabilitationsklinik angeschlossen. Gleichzeitig entschloss sich das Unternehmen, 2009 ein Energiesparkonzept gemeinsam mit der Encadi GmbH zu entwickeln. Für das Hospital, heute mit 130 Akutbetten und 60 Rehabetten, wurde ein Energiekonzept in vier Stufen umgesetzt.

 

Begonnen hatte das Haus mit der Wärmedämmung aller Satteldächer, deren Fläche immerhin 3.800 m² beträgt. Mit der Wärmeersparnis von 340.000 kWh wird nun der nach Energieeinsparverordnung 2009 gebaute Neubau geheizt, ohne dass durch die vergrößerte Nutzfläche eine zusätzliche Wärmebereitstellung nötig ist. In der zweiten Stufe stellte das Haus von Heizöl auf den Energieträger Erdgas um und es wurde ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk für die Strom- und Wärmenutzung (70 kW elektrisch, 115 kW thermisch) installiert.

 

Der dritte Schritt ist besonders ungewöhnlich für Krankenhäuser, denn in der Heizzentrale des Hospitals wurde ein Biogas-Blockheizkraftwerk mit 400 kW elektrischer und 445 thermischer Leistung eingebaut. Die Wärme nutzt das Hospital und den erzeugten Strom speist der lokale Landwirt als Betreiber des BHKW ins Netz ein. Um die Wärmemenge mit einem möglichst großen Wirkungsgrad zu nutzen, wurde eine drei Kilometer lange Biogasleitung vom Wirtschaftbetrieb zum Krankenhaus verlegt. Der vierte Schritt im Energiekonzept bezieht sich auf die Umstellung der Beleuchtung auf moderne T5- und LED-Leuchten.

 

Der Erfolg spricht für sich: Das Hospital senkte seinen jährlichen Energieverbrauch seit 2010 um insgesamt 720.000 kWh und seine CO2-Emissionen um mindestens 26,6 %. Für das Klima bedeutet das eine jährliche Entlastung um mehr als 452 Tonnen des Treibhausgases.

 

Die feierliche Übergabe der Urkunde und des repräsentativen Aushängeschildes übernahm am 25. Mai 2013 Christian Nölle vom BUND Landesverband NRW e.V. Das Hospital lud an diesem Tag der offenen Tür auch Dr. Heinz Baues, Abteilungsleiter im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt Landwirtschaft und Verbraucherschutz von NRW sowie die Beschäftigten und Öffentlichkeit ein.

Mehr Informationen unter : www.energiesparendes-krankenhaus.de/index.php

 

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3. Fördermöglichkeiten für Energieeffizienzmaßnahmen in Krankenhäusern

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Baden-Württemberg: Klimaschutz-Plus-Förderprogramm

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat 2013 das Klimaschutz-Plus-Programm erneut aufgelegt, welches sich an Krankenhäuser richtet. Es werden Maßnahmen gefördert, die eine Reduzierung der CO2-Emissionen bewirken. Infrage kommen vor allem die Sanierung von Beleuchtungs-, Lüftungs- und Heizungsanlagen sowie Wärmeschutzmaßnahmen. Förderungsfähig sind außerdem die Inanspruchnahme qualifizierter Energieberatungen sowie Fortbildungsmaßnahmen zum Thema Energieeffizienz im Rahmen von überbetrieblichen Effizienztischen. Für innovative Modellprojekte, die Potenzial zur Emissionsverminderung haben, können ebenfalls bezuschusst werden. Antragsfrist für das allgemeine CO2-Minderungsprogramm ist der 31.7.2013, die Förderung von Beratungen ist bis zum 30.11.2013 zu beantragen.

Ausführliche Informationen und Download der Antragsformulare unter: www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/6155/

 

Bayern: Green Hospital-Förderprogramm

Seit April 2012 bietet das Bayrische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit zum Thema Green Hospital eine Datenbank an, bei der sich Krankenhäuser an besonders gelungenen Umsetzungsmaßnahmen anderer Einrichtungen orientieren können. Best-practice-Beispiele können bei der Krankenhausfinanzierung besonders gefördert werden. Dafür hat der Bayerische Landtag die Aufstockung des Krankenhaus-Etats beschlossen. Ab 2013 stehen wieder 500 Mio. Euro jährlich an Fördermitteln für Krankenhausinvestitionen zur Verfügung. Damit sind die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, um die notwendigen dringlichen Modernisierungs- und Anpassungsmaßnahmen an den Kliniken zeitgerecht durchzuführen.

 

Siehe dazu auch: www.stmug.bayern.de/gesundheit/krankenhaus/green_hospital/initiative/index.htm

www.stmug.bayern.de/gesundheit/krankenhaus/finanzierung/foerder.htm

 

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4. Tagungshinweise

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17. bis 18. Oktober 2013 im niederösterreichischem Neuhofen/Ybbs:

Symposium „Lebenszyklusbetrachtung – Baustein für nachhaltiges Bauen“ veranstaltet vom IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH und seinen Partnern

Das Symposium bietet privaten und öffentlichen Bauherren und Planenden, BeschafferInnen und Bauausführende und anderen ein Austauschforum und spannende Vorträge aus Bauwesen, Projektsteuerung, Klima Engineering und Forschung. Themen sind:

- Erfolgsfaktoren aus der Sicht von Gesellschaft, Unternehmen und Mensch

- Werkzeuge für die Optimierung von Gebäuden im Lebenszyklus

- Innovative Verantwortungsstrukturen, Kooperations- und Beschaffungsmodelle, Sicherstellung von Qualität in Planung und Ausführung

www.ibo.at/de/kongress/lebenszyklusbetrachtung.htm

 

30. Oktober 2013 in Berlin:

BUND-Netzwerkveranstaltung zum Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“, veranstaltet vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., Landesverband Berlin Die Zielgruppe der Fachtagung besteht aus Geschäftsführungen und Verwaltungsleitungen sowie Energieexperten in und für Kliniken. Das ganztägige Treffen erhält dieses Jahr eine freundliche Unterstützung vom Krankenhaus Waldfriede. Die Klinik mit seinen 183 Betten zur Akut- und Regelversorgung im Südwesten Berlins ist eine der ersten Energie sparenden Krankenhäuser deutschlandweit. Nun wird das Haus eine erneute Rezertifizierung des Gütesiegels erhalten, weil es in den letzten zehn Jahren den Energiebedarf dauerhaft verringerte. Das hatte bisher erst ein Krankenhaus geschafft.

 

Weitere Informationen zum diesjährigen Netzwerktreffen folgen zeitnah unter www.energiesparendes-krankenhaus.de

 

4. bis 5. November 2013 in Südschweden:

Exkursionen „Lösungen für nachhaltige Krankenhäuser“ - Visit Sustainable Healthcare Sweden, organisiert von Sustainable Business Hub AB

Die zweitägige Veranstaltung mit Führungen, Präsentationen und Schulung für Kleingruppen und Einzelpersonen aus Europa wird moderne und nachhaltige Lösungen in Südschwedischen Kliniken zeigen. Die Sustainable Business Hub AB ist eine Non-profit Organisation und ist auf Produkte und Dienstleistungen mit hohem Umweltschutzaspekt fokussiert. Ihr Netzwerk dient dazu, einen Markt für nachhaltige Produkte und Ideen zum Beispiel im klinischen Bereich zu schaffen. Die Zusammenarbeit erfolgt mit Firmen und Organisationen, aber auch mit wissenschaftlichen Instituten, Kommunen und der Schwedischen Botschaft.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.sbhub.se oder per E-Mail von Johannes.brundin@sbhub.se

 

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5. „Deine Welt: Dein Klima“ – Abstimmung für Gütesiegel bei EU-Kampagne

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Ihre Stimme ist gefragt: Das Projekt BUND-Gütesiegel beteiligt sich beim diesjährigen Wettbewerb „Deine Welt. Dein Klima.“ der Europäischen Kommission. Mit der Präsentation des BUND-Gütesiegels machen wir auf die Klimaschutzerfolge der 42 ausgezeichneten Krankenhäuser in Deutschland aufmerksam.

Hier können Sie abstimmen:

world-you-like.europa.eu/de/erfolgs-geschichten/projektueberblick/bund-label-energy-saving-hospital/

 

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Impressum:

Hrsg. Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Landesverband Berlin e.V.

Crellestraße 35

10827 Berlin

Tel.: (030) 78 79 00 – 0

Fax: (030) 78 79 00 -28

E-Mail: presse@bund-berlin.de

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