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Luisenklinik Bad Dürrheim


Aus: Schwarzwälder Bote    Bad Dürrheim: 15.Mai 2012

 

Wieder Gütesiegel für die Luisenklinik

 

Bad Dürrheim. »Klassenprimus «, »bundesweites Vorzeigeprojekt «: Die Luisenklinik ist bei der bereits zweiten Verleihung des BUND-Gütesiegels »Energie sparendes Krankenhaus« mit Lob geradezu überhäuft worden.

 

Zu recht, meinten sämtliche Laudatoren, die sich im – natürlich nach modernsten energetischen Gesichtspunkten – errichteten Bettina-Falk-Haus trafen. Denn seitdem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) der Klinik im Jahr 2007 erstmal das Gütesiegel verlieh, hat sich einiges getan, wie der Vorstandsvorsitzende der Klinik, Sven Wahl, erläuterte.

 

Dies lässt sich am besten mit einer eindrucksvollen Zahl belegen. 120 000 Euro spart die Klinik trotz gestiegener Bettenzahl jedes Jahr ein, weil sie nicht nur sämtliche Gebäude wärmegedämmt hat, sondern zudem drei Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 104 kWp (Kilowatt peak), eine Holzpelletsheizung und ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen hat. Dazu kommt die Umstellung auf Bewegungsmelder für die Beleuchtung der Verkehrsflächen in den Gebäuden und der Ersatz der Strom fressenden mehr als 300 Halogenstrahler im Speisesaal durch sparsame LED-Leuchten. Wahl versprach zudem, dass sich die Klinik nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen werde. Vielmehr sei es erklärtes Ziel, den Energieverbrauch weiter zu senken.

 

»Wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein« hatte Landrats-Stellvertreter Joachim Gwinner bei der ersten Preisverleihung vor fünf Jahren gesagt. Nun könne er erfreut feststellen, dass die Luisenklinik nicht nur medizinische, sondern auch umwelttechnisch »in der Champions League spielt«.

 

Bürgermeister Walter Klumpp ermunterte den Vorstandsvorsitzenden sowie den ärztlichen Direktor Norbert Grulke und sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter »machen Sie weiter so.« Bad Dürrheim könne stolz darauf sein, ein solch innovatives Unternehmen zu haben.

 

Berthold Frieß, Landesgeschäftsführer des BUND, lobte die große Bandbreite des Klimaschutzes an der Klinik, die sich unter anderem auch durch die Auswahl der Baustoffe dokumentieren lasse. Er hoffe, dass sich vielleicht die eine oder andere Klinik in der Stadt ein Beispiel nehmen werde und sich ebenfalls dem Klimaschutz verschreibe.

 

Anschließend überreichte Frieß das nun fünf Jahre geltende Gütesiegel an den ärztlichen Direktor und den Vorstandsvorsitzenden. Eigens zur Preisverleihung war Annegret Dickhoff mit dem Nachtzug angereist, die in Berlin Projektleiterin des »Gütesiegels Energie sparendes Krankenhaus« des BUND ist.

 

Verfasser: Axel Wolf

Aus: Westpresse - Die Neckarquellee    Bad Dürrheim: 12. Mai 2012

 

Klima schonen lohnt sich für alle

 

Luisenklinik erhält erneut das BUND-Siegel – Als bundesweites Vorzeigehaus gewürdigt

 

Schon vor fünf Jahren erhielt die Luisenklinik das BUND-Gütesiegel „Energiesparendes Krankenhaus“. Gestern wurde die Auszeichnung erneut verliehen und damit eine beeindruckende Bilanz ständiger Anstrengungen für den Umweltund Klimaschutz gewürdigt.

 

Anerkennung, Lob, Dank und Bewunderung – und alles von A bis Z aufrichtig und ehrlich gemeint: das und dazu eine feine Urkunde des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erfuhren und bekamen gestern die Leitung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Luisenklinik

 

Zum zweiten Mal nach 2007 würdigte der BUND mit der Verleihung des vor elf Jahren ins Leben gerufenen Gütesiegels „Energiesparendes Krankenhaus“ das herausragende Konzept und Energiemanagement der Bad Dürrheimer Luisenklinik. Tatsächlich konnte die Klinik eine Bilanz der realisierten Ideen vorlegen, die weitaus umfangreicher ist als für die Erteilung des Gütesiegels erforderlich.

 

Klima- und Umweltschutz wird in dem Haus geradezu gelebt. Was die Bad Dürrheimer schon vor fünf Jahren und jetzt noch eindrucksvoller vorweisen konnten, das hat die Projektleiterin des Gütesiegels „Energiesparendes Krankenhaus“, Annegret Dickhoff, derart berührt, dass sie von Berlin anreiste – selbstverständlich mit der Deutschen Bahn – um zu danken.

 

In ihrem im Programm eigentlich nicht vorgesehenen Grußwort stellte Annegret Dickhoff sich als gelernte Krankenschwester vor, die anschließend ein Studium absolviert und Umweltingenieurin geworden ist. Sie sagte: „Das habe ich gemacht, weil ich tun wollte, was Sie hier umsetzen“.

 

Geschäftsführer Sven Wahl skizzierte in seiner Begrüßung der geladenen Gäste Anstrengungen und Ergebnisse des mit Mitarbeitern und Patienten immer wieder besprochenen Konzeptes und Energiemanagements, das eigentlich ein umfassendes Umweltkonzept ist und das auch das mittlerweile leider inflationär gebrauchte Prädikat „nachhaltig“ wirklich verdient.

 

Erneuerbare Energien, sparsamer Umgang mit Energie, auch im täglichen Ablauf, Einsatz von natürlichen Baustoffen wie Holz für Fassaden, Sensibilisierung aller Beteiligten für Umwelt- und Klimaschutz, all diese Komponenten und noch mehr sind in der Klinik geläufig.

 

Und so sang der Betriebschor in seinen musikalischen Beiträgen die Kehrreime „Wir denken stets an unsre Umwelt und sparen Energie“ oder „Wir schützen die Umwelt, das Klima im Schwarzwald“.

 

Freilich präsentierten der Geschäftsführer der Klinik, Sven Wahl, der BUND-Landesgeschäftsführer Berthold Frieß, Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Umweltministerium des Landes, der Erste Landesbeamte Joachim Gwinner und Bürgermeister Walter Klumpp auch Zahlen. So zum Beispiel, dass die Luisenklinik trotz gestiegener Bettenzahl nach der ersten Verleihung des Siegels im Jahr 2007 weitere 32,7 Prozent an klimaschädlichen Emissionen vermeiden kann. Das bedeutet 137 Tonnen weniger Kohlendioxid pro Jahr. Seit dem Jahr 2004 hat die Luisenklinik den Kohlendioxid-Ausstoß gar um 421 Tonnen pro Jahr gesenkt.

 

Unterdessen betreibt die Klinik drei Fotovoltaikanlagen, ein Blockheizkraftwerk mit 50 Kilowatt elektrischer und 80 Kilowatt thermischer Leistung und eine Holzpelletheizung, die bis zu 70 Prozent des Bedarfs für Heizung und Warmwasser deckt. Die seit 2004 eingesparte Energiemenge entspricht dem Verbrauch von rund 50 Einfamilienhäusern.

 

Die Anstrengungen kommen nicht nur der Umwelt und dem Klimaschutz zugute. Geschäftsführer Sven Wahl, studierter Diplom-Kaufmann, betonte zudem, dass Ökologie und Ökonomie sich gut ergänzen, denn „Wir sparen mittlerweile 120 000 Euro Energiekosten pro Jahr“.

 

Was in der Luisenklinik praktiziert wird, empfand Ministerialdirektor Meinel als „Darstellung unserer Energie- und Klimapolitik“. Er bat den Geschäftsführer darum, für sein Energiemanagement und die Effizienz im Kollegenkreis zu werben. „Das Land braucht solche maßgeschneiderten Lösungen“, sagte der Ministerialdirektor.

 

„Ein energiepolitisches Vorbild, ein bundesweites Vorzeigeobjekt“, nannte Joachim Gwinner vom Landratsamt die Luisenklinik. Die Ziele der Bundesrepublik für 2050 seien hier bereits erreicht, bescheinigte er der Geschäftsleitung.

 

Bürgermeister Walter Klumpp versicherte, dass die Stadt stolz auf ein solches innovatives Unternehmen sei. Klumpp erinnerte daran, dass die Luisenklinik auch schon in den neunziger Jahren beim Projekt „Umwelttürmle“ mit besten Ergebnissen aufgefallen sei.

 

Freilich nutzte Klumpp die Gunst der Stunde, den Ministerialdirektor um Unterstützung beim Widerstand gegen die Schweinzuchtanlage zu bitten.

 

Was die Luisenklinik leistet, das finde man in Krankenhäusern sehr selten, sagte BUND-Geschäftsführer Berthold Frieß. Die meisten Häuser konzentrierten sich auf die Optimierung ihrer technischen Anlagen. Hier werde nicht nur eine hochwertige medizinische Versorgung geleistet, in der Luisenklinik gehöre zur Gesundheit auch eine gesunde Umwelt. Frieß: „Sie sind der Klassenprimus, ein großes Vorbild in Baden-Württemberg“.

 

Der Ärztliche Direktor der Klinik, Professor Norbert Grulke, fasste sich in Anbetracht des fortgeschrittenen Nachmittags kurz, versprach aber launig: „Wir können auch das Haus Hohenbaden energetisch sanieren“. Außerdem bekannte er sich nicht minder launig zum Sparen als Tugend der Schwaben: „Sparen ist sexy, Energie sparen ist sexy“.

 

Verfasser: Hartmut Dulling


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