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Newsletterarchiv


Newsletter Ausgabe 2/2007

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

ich freue mich, diesen Newsletter als Abschluss des Jahres 2007 und gleichzeitig zu Beginn meiner Tätigkeit als neue Projektleiterin für das Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ zu versenden. Meine Vorgängerin Frau Zumbusch, die das Projekt sehr engagiert bis Ende September führte, wird uns auch weiterhin verbunden bleiben.

 

Um Ihnen nun vom derzeitigen Stand im Projekt zu berichten, möchte ich mit mir als Ihre zukünftige Ansprechpartnerin beginnen.

Als Ingenieurin für technischen Umweltschutz und examinierte Pflegefachkraft arbeite ich seit vielen Jahren im Bereich Gesundheitswesen. Dabei war ich in Projekten zum klinischen Umweltschutz sowie zum Management klinischer Arbeitsprozesse tätig. Gemeinsam mit dem Krankenhauspersonal habe ich umweltrelevante Maßnahmen geplant und umgesetzt sowie Schulungen in dem Bereich durchgeführt.

Seit Dezember dieses Jahres habe ich nun die Stelle als Projektkoordinatorin für das BUND-Gütesiegel übernommen. Wir haben unsere Homepage www.Energiesparendes-Krankenhaus.de aktualisiert. So können Sie sich gerne bereits ein Bild von mir machen.

 

Ihnen wird aufgefallen sein, dass dieses Jahr – bedingt durch den Personalwechsel – keine Netzwerkveranstaltung stattfand. Für das nächste Jahr ist sie wieder vorgesehen, um unsere Tradition weiter zu führen. Ich bin offen für Ihre Wünsche und Themen, die Sie mir gerne nennen können. Über den Inhalt und den Termin informieren wir Sie, sobald wie möglich.

 

Erfreulich ist, dass drei Krankenhäuser in den letzten Monaten neu mit dem BUND-Gütesiegel ausgezeichnet wurden bzw. dieses verlängert werden konnte. Mehr dazu sowie weitere Informationen rund um das Gütesiegel finden Sie in den ausführlichen Abschnitten.

 

Die positiven Entwicklungen zeigen mir, dass das Interesse und das Engagement im Projekt sehr hoch und ermutigend sind. Gleichzeitig wird jedoch auch deutlich, welche Aufgaben z.B. bei einer angestrebten Verlängerung der Gütesiegel-Laufzeit in Zukunft auf uns alle als Projektpartner zukommen werden. Gerade weil diese nicht zu unterschätzen sind, bin ich bestrebt, Sie in Ihren Einrichtungen so ausführlich wie nötig und gut wie möglich dabei von Seiten des BUND-Berlin e.V. zu unterstützen und zu begleiten.

 

Doch erst einmal freue ich mich sehr, Sie in der nächsten Zeit näher kennen zu lernen. Ich stehe Ihnen für alle Fragen, die sich im Rahmen des BUND-Gütesiegels stellen, herzlich gerne zur Verfügung.

Für die verbleibenden Adventtage wünsche ich Ihnen noch schöne Stunden,

eine frohe Weihnacht und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2008.

 

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin

Annegret Dickhoff

 

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Inhalt:

 

1. Auszeichnungen mit BUND-Gütesiegel gehen nach Baden-Württemberg und Berlin

 

2. Verlängerung des BUND-Gütesiegels in Berlin

 

3. 365 Orte im Land der Ideen

 

4. Energiesparmeister 2008 gesucht

 

5. Energieausweis für Gebäude

 

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1. Auszeichnungen mit BUND-Gütesiegel gehen nach Baden-Württemberg und Berlin

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Die Enzkreis-Kliniken gGmbH Krankenhaus Mühlacker wurde am 25. Juni 2007 für ihr überzeugendes Klimaschutzengagement mit dem BUND-Gütesiegel "Energie sparendes Krankenhaus" ausgezeichnet. Der Klinik gelingt es seit 2006 – im Vergleich zu den Vorjahren – den Kohlendioxidausstoß um ca. 2.300 Tonnen und damit um über 40 Prozent pro Jahr zu senken.

 

Nach umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen im Bereich der Strom- und Wärmebereitstellung kommt nun ein Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk zum Einsatz. Zusätzlichen Einsparungen verschafften die Sanierung der Gebäudefassade inklusive des Austausches der Alufenster durch energieeffiziente Kunststofffenster sowie die Wärmedämmung des Daches.

Die Installation einer 800 Quadratmeter großen Fotovoltaikanlage mit einer Leistungsaufnahme von 90 kWp führt zu weiteren enormen Einsparungen und dient gleichzeitig zur Beschattung der Patientenzimmer.

 

Im Krankenhaus Mühlacker existiert ein technisches Energiemanagement, das die Wärmeversorgung auf Basis einer automatischen Datenerfassung und Gebäudeleittechnik kontinuierlich überwacht. Gleichzeitig erfolgen regelmäßige Gespräche zur effizienten Betriebsführung der technischen Anlagen mit dem technischen Personal.

 

Das Gütesiegel wurde vom baden-württembergischen BUND-Geschäftsführer Michael Spielmann an das Krankenhaus Mühlacker übergeben.

Politische Unterstützung fand die Verleihung durch Bernhard Bauer, dem Amtschef des baden-württembergischen Umweltministeriums, der das beispielhafte Engagement des Krankenhauses würdigte.

 

Das Krankenhaus Mühlacker, eines von drei Häusern der Enzkreis-Kliniken gGmbH, ist ein Krankenhaus der Regelversorgung mit 195 Betten, das jährlich mehr als 8000 Patienten stationär versorgt.

 

Weitere Informationen zur Einrichtung: www.enzkreis-kliniken.de/muehlacker

 

Das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe erhielt am 01. September 2007 als siebtes Berliner Krankenhaus das BUND-Gütesiegel. Der 291-Betten-Klinik für anthroposophisch erweiterte Heilkunst gelang es, seinen jährlichen Kohlendioxidausstoß seit 2001 um mehr als 1.000 Tonnen jährlich zu reduzieren. Zusätzlich wies es gegenüber dem BUND ein umfangreiches Energiemanagement nach.

 

Die hohen Einsparungen erreichte das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe im Zuge einer Energiesparpartnerschaft, die 2005 geschlossen wurde, sowie durch den Bezug von zertifiziertem Ökostrom, den das Krankenhaus bereits seit 2002 bezieht. Der Ökostrom wird vollständig aus regenerativen Energiequellen gewonnen. Damit ist das Krankenhaus Havelhöhe das erste Haus mit dem BUND-Gütesiegel, das sich mit Ökostrom versorgt.

 

Das Vorgehen im Rahmen der Energiesparpartnerschaft zeichnet sich durch zwei entscheidende Schritte aus. Die präzise Anpassung der Energieversorgung an den tatsächlichen Verbrauch des Krankenhauses und die Modernisierung der vorhandenen Versorgungsstruktur. So wurde unter anderem die bisherige Heizzentrale umgebaut und die bestehende Solaranlage zur Vorerwärmung des Warmwassers in das Versorgungskonzept eingebunden. Schließlich wurde auch die Beleuchtungstechnik mit elektronischen Vorschaltgeräten ausgestattet.

 

Ergänzt werden die verschiedenen Aktivitäten durch das Engagement der Betriebsärztin, die regelmäßige Schulungen anbietet und Mitarbeitergespräche mit dem Ziel führt, Energie sparendes Nutzerverhalten im Haus zu implementieren.

 

Weitere Informationen zur Einrichtung: www.havelhoehe.de

 

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2. Verlängerung des BUND-Gütesiegels in Berlin

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Am 13. September 2007 wurde das Krankenhaus Waldfriede fünf Jahre nach der erstmaligen Vergabe des Gütesiegels erneut als „Energie sparendes Krankenhaus“ ausgezeichnet. Durch weiterführende Maßnahmen zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes schaffte es das Krankenhaus, den jährlichen Ausstoß im Vergleich zum Jahr 1998 um fast 40% zu senken.

Gelungen ist diese enorme Einsparung durch die intelligente Zusammenarbeit im Rahmen eines Energieeinsparcontractings, dessen Konzeption und Ausschreibung maßgeblich von der Berliner Energieagentur entwickelt und begleitet wurde. Der Einspargarantievertrag läuft bis zum Jahr 2013.

Begonnen hatten die Optimierungen in den 90er Jahren, als eine Reihe technischer Einzelmaßnahmen wie die Erneuerung der Heizungszentrale sowie die Einführung von Gebäudeleittechnik den Verbrauch an Wärme und Strom kontinuierlich verminderten.

Die Anpassung der Energiebereitstellung an die tatsächliche Energienutzung im Krankenhaus sowie die gute Zusammenarbeit zwischen Contractor und Krankenhaus zeichnen diesen langfristigen Erfolg aus.

Das Krankenhaus Waldfriede ist das zweite Haus, dem es gelungen ist, die anspruchsvollen Kriterien für eine Verlängerung der Auszeichnung zu erfüllen.

 

Weitere Informationen zur Einrichtung: www.krankenhaus-waldfriede.de

 

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3. 365 Orte im Land der Ideen

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Im Rahmen der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ wurde das BUND-Projekt „Energie sparendes Krankenhaus“ als einer der „365 Orte im Land der Ideen“ 2008 ausgewählt.

Mit der von der Bundesregierung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ins Leben gerufenen Initiative sollen zukunftsweisende Ideen aus verschiedensten Bereichen der Öffentlichkeit vorgestellt und erlebbar gemacht werden.

Dank des Engagements unserer Projektpartner konnte die Idee eines Gütesiegels „Energie sparendes Krankenhaus“ verwirklicht werden. Die Auszeichnung zeigt uns, welchen Stellenwert inzwischen die Themen Klimaschutz und energetische Gebäudesanierung erreicht haben, wobei Krankenhäuser als Großverbraucher eine Vorreiterrolle in Sachen Energieeffizienz übernehmen.

Für jeden Tag des Jahres 2008 ist eine Veranstaltung geplant, um insgesamt alle 365 Orte vorzustellen.

Am Mittwoch, den 8. Oktober 2008,

präsentiert sich das

Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“

im Rahmen einer Feierlichkeit als ein Ort der

„365 Orte im Land der Ideen“.

 

Zu dieser Veranstaltung sind Sie herzlich eingeladen. Deshalb bitte ich Sie, sich diesen Termin bereits vorzumerken.

Anfang nächsten Jahres erscheint außerdem das Begleitbuch über alle „365 Orte im Land der Ideen“ 2008.

 

Weitere Informationen zur Initiative: www.land-der-ideen.de

 

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4. Energiesparmeister 2008 gesucht

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Gesucht werden die besten Energiesparer, die nachweislich ihre Energie- und somit ihre CO2-bilanz verbessert haben. Die von ZDF.umwelt und „Klima sucht Schutz“ durchgeführte Kampagne wird vom Bundesumweltministerium gefördert. Krankenhäuser sind gern gesehene Bewerber, die als TEAM auftreten können.

 

Belohnt werden das Engagement für Gebäudedämmung, Energiemanagement, Heizungssanierungen oder andere gute, in der Praxis umgesetzte Ideen. Als Preisgelder stehen 50.000 € zur Verfügung mit einem Hauptgewinn in Höhe von 5.000 €. Schon die Teilnahme mit vollständigen Bewerbungsunterlagen wird belohnt.

 

Sowohl für die mit dem BUND-Gütesiegel ausgezeichneten Krankenhäuser als auch für alle anderen interessierten Einrichtungen ist die Kategorie Modernisierung sicherlich von besonderem Interesse. Aber auch die anderen Kategorien wie etwa Neubau oder Strom sind zu beachten.

 

Für weitere Informationen zur Teilnahme und zum Bewerbungsformular steht Ihnen als Ansprechpartner Herr Andreas Grabolle zur Verfügung

co2online gGmbH

Telefon: 030-210218617

 

Teilnahmebedingungen und weitere Informationen: www.klima-sucht-schutz.de

 

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5. Energieausweis für Gebäude

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Bei Neubauten bereits seit Jahren Pflicht, wird nun der Energiepass auf bestehende Gebäude ausgeweitet. Mit den dokumentierten Informationen über die Energieeffizienz eines Gebäudes werden bundesweite Vergleichsmaßstäbe sowie mehr Transparenz geschaffen.

 

Auch Krankenhäuser werden in die Pflicht genommen: Das Dokument muss an einer gut sichtbaren Stelle ausgehängt und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Allerdings wird diese Regelung für „Nichtwohngebäude im Bestand“, worunter auch Krankenhäuser fallen, erst zum 01.07.2009 wirksam.

 

Der Energieausweis ermöglicht somit Eigentümern, die in die energetische Sanierung ihres Gebäudes investieren, sich mit der Energieeffizienz ihres Gebäudes zu profilieren.

 

Der neue Gebäudeenergieausweis ist Teil der im Oktober 2007 in Kraft getretenen Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007).

Die EnEV sieht zunächst vor, dass der Ausweis lediglich bei Vermietung oder Verkauf eines Gebäudes dem Interessenten „zugänglich zu machen“ ist. Für Nichtwohngebäude von über 1.000 m² Nutzfläche, in denen „öffentliche Dienstleistungen“ erbracht werden und die von „Menschen häufig aufgesucht werden“, gilt eine zusätzliche Aushangpflicht des Dokuments. Nach anfänglichen begrifflichen Schwierigkeiten wurde nun klargestellt, dass auch Krankenhäuser und Kliniken zur Kategorie „öffentliche Einrichtungen“ zu zählen sind, unabhängig von ihrer Trägerschaft.

Pflege- und Altenheime gelten dagegen als Wohngebäude, sie sind somit von der Aushangpflicht nicht betroffen.

 

Eigentümer von Nichtwohngebäuden können zwischen einem bedarfs- und verbrauchsorientierten Ausweis wählen, welcher nach Ausstellung eine Gültigkeit von zehn Jahren hat. Der Informationsgehalt ist allerdings verschieden:

 

Beim Bedarfsausweis wird der theoretische Energiebedarf eines Gebäudes ermittelt anhand des Zustandes der Gebäudesubstanz (Wände, Fenster etc.) und der Anlagentechnik zur Wärmeerzeugung/-verteilung. Das Dokument enthält also objektive Aussagen über die Gebäude- und Anlagenqualität, unabhängig vom jeweiligen Nutzerverhalten.

 

Grundlage des Verbrauchsausweises bildet dagegen der tatsächliche Energieverbrauch für Heizung, Warmwasser, Kühlung, Lüftung und Beleuchtung der letzten drei Abrechnungszeiträume.

 

Kernpunkt des vierseitigen Standarddokuments bildet ein Bandtacho-Label, in das der ermittelte Energiebedarf bzw. der Heiz- und Stromverbrauch eingetragen wird. Zusätzlich dazu sind darin die durchschnittlichen Kennzahlen vergleichbarer Gebäude vermerkt. Ähnlich der Effizienzklasse eines Kühlschranks ist damit eine direkte Vergleichbarkeit gegeben.

 

Wer in Deutschland Energiepässe ausstellen darf, legt die EnEV fest. So sind für die Bewertung der Gebäudekategorien bestimmte Berufsausbildungen bzw. Zusatzqualifikationen Voraussetzungen. Eine bundesweite Ausstellerliste und weitere Informationen liefern

www.enev-online.de

sowie die Deutsche Energie-Agentur (DENA) unter

www.zukunft-haus.info

 

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Impressum:

Hrsg. Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Landesverband Berlin e.V.

Crellestraße 35

10827 Berlin

Tel.: (030) 78 79 00 – 0

Fax: (030) 78 79 00 -18

E-Mail: presse[at]bund-berlin.de

 

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bitte eine E-Mail an: newsletter[at]bund-berlin.de

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Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an:

Annegret Dickhoff

annegret.dickhoff[at]bund-berlin.de

 

Hanna Schultz

hanna.schultz[at]bund-berlin.de

 

www.energiesparendes-krankenhaus.de

 

BUND Landesverband Berlin e.V.

Crellestr. 35

10827 Berlin

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Fax. (030) 78 79 00 – 28

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