www.energiesparendes-krankenhaus.de
 ESK/Ausgezeichnete Krankenhäuser/Berlin/Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe/Technische Details
    
 

Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe


TECHNISCHE FAKTEN

Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe

 

Die 1950 als „Landestuberkulosekrankenhaus" gegründete Klinik gehörte bis Ende 1994 zum Städtischen Krankenhaus Spandau. Mit der Übernahme der Klinik am 1. Januar 1995 durch den „Gemeinnützigen Verein zur Förderung und Entwicklung anthroposophisch erweiterter Heilkunst e.V. Berlin", begann der Umgestaltungsprozess zum „Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe". Im Jahr 2012 verzeichnete die Klinik 11.100 Aufnahmen, die in 304Betten vollstationär behandelt wurden und fast 10.000 ambulante Fälle. Die Klinik beschäftigt rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine heterogene Baustruktur auf einem 18 ha gekennzeichnet das Park- und Waldgelände. Über 17 Gebäude stehen 53.875 m² Bruttogeschossfläche zur Verfügung.

 

Konzept

Die Klinik hat bereits in den Jahren 2001-2007 mithilfe einer Energiepartnerschaft mit der Firma Vattenfall Europe Sales GmbH umfangreiche Maßnahmen zur Sanierung der Wärmeversorgung umgesetzt. In den folgenden Jahren hat das Gemeinschaftskrankenhaus kontinuierlich die Betriebstechnik optimiert und insbesondere Einsparpotenziale in der Stromversorgung genutzt. Außerdem wurde ein über das Konjunkturpaket II finanzierte Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen, welches die Klinik nun energieeffizient gleichzeitig mit Wärme und Strom versorgt

 

 

Einsparungen

  • Zwischen 2001 und 2006/07 wurden die CO2-Emissionen um 27,8 % reduziert
  • Im Folgezeitraum bis 2011 konnten weitere 20,8 % CO2 eingespart werden
  • CO2 Einsparung von zusätzlich 573 Tonnen pro Jahr
  • Einsparungen der Energiekosten betragen über 143.000 Euro jährlich
  • Reduzierung des Energieverbrauchs um 100.000 kWh Strom und um über 1.045.000 kWh Wärme
  • Pro Bett entspricht das rund 343 kWh Strom und 3.591 kWh Wärme

 

 

In den Jahren 2007-2012 wurden durch folgende Maßnahmen zusätzliche Einsparungen erzielt

 

Wärmeversorgung

  • Temperaturregelung mit Umstellung auf 46°C Rücklauf
  • Weitere Optimierung der Heizungsanlage
  • Regelungsoptimierung der bisher ineffizienten Solarkollektoranlage
  • Verlegung der Heizzentrale und Inbetriebnahme eines BHKWs mit 70 kW elektrischer Leistung

 

Stromversorgung und Beleuchtung

  • Bedarfsgerechte Fahrweise der Kältepumpen
  • Vermehrter Einsatz von Kompaktleuchtstofflampen
  • Kontinuierliche Optimierung der GLT-Regelung
  • Einsatz von Energiesparlampen im Außenbereich
  • Umstellung der in der Küche verwendeten Gasdampferzeugern auf dezentrale Elektro-Dampferzeuger
  • Nachrüstung des Severraumes mit der freien Außenluftkühlung
  • Austausch des luftgeregelten Brenners gegen einen mit Frequenzumformer
  • Umlenkung der Abluft aus der Druckluftzentrale in den außen liegenden Notstromdieselraum
  • Absenkbetrieb der OP-Lüftung nach Zeitschaltprogramm

 

Sonstige Maßnahmen

  • Schließung der Zentralsterilisation
  • Komplettsanierung verschiedener Gebäude wie der Häuser 10 und 13 sowie Wärmedämmung der Decke im Obergeschoss im Haus 24
  • Umsetzung von wassersparenden Maßnahmen wie die Installation von Wassersparperlatoren und die Optimierung der Umkehrosmoseanlage
  • Erstellung und Verbreitung eines Leitfadens zum Thema „Energieeffiziente Bürogeräte“ zur Nutzermotivation
  • Nachtbegehung der Klinik mit einem Energieberater deckte 72 eventuell realisierbare Einsparmöglichkeiten auf
  • Energiesparschulung des Pflegepersonals durch die Umweltbeauftragte

 


 

 

In den Jahren 2001 bis 2007 wurden folgende Maßnahmen realisiert

 



 

Wärmeversorgung

  • In 2005 wurde im Rahmen einer Energiepartnerschaft ein Vertrag über Einspar-Contracting mit der Firma Vattenfall Europe abgeschlossen.
  • Reduzierung des Energieverbrauchs durch präzise Anpassung der Versorgung an die jeweils aktuell herrschenden Bedürfnisse. So wurden u.a. die 1.800 Heizkörper an den Volumenstrom des Heizwassers und den spezifischen Raumwärmebedarf angepasst.
  • Acht kleinere von den insgesamt 15 Gebäuden, die zu der Klinik gehören, wurden mit einem eigenen Wärmenetz ausgestattet. Damit konnten lange Leitungswege von der bisherigen Heizungszentrale und damit verbundene Wärmeverluste vermieden werden.
  • Die bisherige Heizzentrale, die mit zwei 2,5 Megawatt-Gaskesseln ausgestattet war, wurde umgebaut. Ein Kessel dient heute nur noch als Reserve, während der zweite Kessel mit einem zusätzlichen Abgas-Wärmetauscher ausgestattet wurde. Die sommerliche Warmwasserbereitung wird mit einem neuen 0,6 MW Gas-Brennwertkessel sichergestellt. Die genannten Umbaumaßnahmen führten zu einer erheblichen Effizienzsteigerung bei den Nutzungsgraden der Kessel um ca. 8 %.
  • Eine 15 m2 - Solaranlage dient zur Vorerwärmung des Warmwassers in einem Bettenhaus. Der Ertrag wird über eine Schautafel im Eingangsbereich Mitarbeitern und Patienten kenntlich gemacht.
  • Seit August 2010 ist ein gasbetriebenes BHKW mit 70 kW elektrischer und 105 kW thermischer Leistung in Betrieb. Die recht kleine Anlage sorgt für eine ganzjährige Warmwasserbereitung.

 

 

Gebäudeleittechnik

 

  • Im Zuge des Einspar-Contractings bekam das Krankenhaus eine Gebäudeleittechnik auf die sämtliche Heizungsstationen und ausgewählte RLT-Anlagen aufgeschaltet sind.

 

 


Andreas Küntzel (techn. Leiter)


Stromversorgung

 

  • Einbau gut regelbarer und sparsamer Pumpen, die mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet sind.
  • Bezug von zertifiziertem Ökostrom der Firma Lichtblick seit 2002. Das Krankenhaus bezieht bewusst Strom, der zu 100% aus erneuerbaren Energien bereitgestellt wird.
  • Zur Vermeidung von Stromspitzen ist ein Lastmanagementsystem installiert worden.
  • In den Bereichen mit hohen Beleuchtungszeiten wurden rund 600 Adapter mit elektronischen Vorschaltgeräten eingebaut. Außerdem wurden überbeleuchtete Bereiche an die vorgegebene Nennbeleuchtung angepasst und in der Cafeteria die Halogenbeleuchtung mit einem Dimmer dem Bedarf angepasst.

 

 



 

Energiemanagement

 

  • Das technische Energiemanagement sorgt für eine kontinuierliche Überwachung der Wärmeversorgung. Damit kann der Anlagenbetreiber zeitnah auf Störungen  reagieren und die optimale Fahrweise ermöglichen.
  • Die Krankenhausverwaltung wird jährlich über den Energieverbrauch des Hauses unterrichtet. Möglichkeiten der Energieeinsparung und Effizienz werden durch die Technische Abteilung dargestellt, die gemeinsam mit Vattenfall den Verbrauch monatlich kontrolliert.
  • Regelmäßige Gespräche zur effizienten Betriebsführung der technischen Anlagen werden mit dem technischen Personal durchgeführt.
  • In der Hauszeitschrift „Havelhöhe aktuell“ wird regelmäßig über den Stand des Energieverbrauches berichtet und Energiespartipps veröffentlicht.
  • Durch die Betriebsärztin Frau Dr. Rosenkranz werden regelmäßige Schulungen und Gespräche mit den Mitarbeitern der Klinik geführt, mit dem Ziel energiesparendes Nutzerverhalten im Haus zu implementieren. Die Gespräche sollen jährlich wiederholt werden (mit Hilfe von Multiplikatoren). Es werden dabei alle Stationen und Bereiche (z.B. Küche, Verwaltung) einbezogen. Die Schulungen werden separat unmittelbar vor Ort mit Informationen zu Möglichkeiten des Energiesparens durchgeführt.

 

 


Kontakt und Fotos

Herr Küntzel und Frau Dr. Rosenkranz

Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe

Kladower Damm 221

14089 Berlin

 


Bund-Gütesiegel

© BUND Berlin e.V.