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Newsletterarchiv


Newsletter Ausgabe 3/2006

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

nachdem wir im letzten Newsletter das fünfjährige Bestehen des Projektes Energie sparendes Krankenhaus feiern konnten, freuen wir uns dieses Mal über die erste Verlängerung des Gütesiegels. Das erste ausgezeichnete Haus - das Evangelische Krankenhaus Hubertus - hat nach erneuter Prüfung der Gütesiegelkriterien das Gütesiegel für weitere fünf Jahre erhalten. Wir freuen uns sehr darüber.

Des Weiteren stellen wir Ihnen ein Einspar-Contracting im Krankenhaus und das aktuelle Projekt des Fraunhofer Institutes zur Energieeffizienz im Krankenhaus vor.

An dieser Stelle nochmals die Bitte, informieren Sie uns über Ihre Aktivitäten für Energieeffizienz im Krankenhaus. Sie bieten damit unseren Lesern Impulse und Diskussionsgrundlagen mit dem Ziel höhere Einsparpotentiale zu realisieren.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Sommer- und Ferienzeit.

 

Mechthild Zumbusch

 

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Inhalt:

1. Evangelisches Krankenhaus Hubertus geht als erstes ausgezeichnetes Krankenhaus in die Verlängerung

2. Fraunhofer Institut untersucht Energieeffizienz in Krankenhäusern

3. Verstärkte Zusammenarbeit zwischen dem BUND Gütesiegel Energiesparendes Krankenhaus und dem Deutschen Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser

4. Energiesparpartnerschaft im Berliner Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe

5. Förderprogramme und Beratungen

6. Informatives

 

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1. Evangelisches Krankenhaus Hubertus überzeugt durch Energieeffizienz: 45 % weniger CO2

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Erstes Krankenhaus mit Verlängerung des BUND-Gütesiegels

Das Evangelische Krankenhaus Hubertus weist fünf Jahre nach der erstmaligen Vergabe des Gütesiegels „Energie sparendes Krankenhaus“ vom BUND Berlin nach, dass es 3.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich einspart. Zum Zeitpunkt der erstmaligen Vergabe des Gütesiegels hatte das Krankenhaus bereits seinen Kohlendioxidausstoß um 34 % pro Jahr reduziert. Dieser hervorragende Wert wurde nun um weitere 11% unterschritten. Überzeugender kann Energieeffizienz und Klimaschutz wohl kaum gelebt werden.

Diese enormen Einsparungen konnten im Rahmen eines Einspar-Contracting zwischen der Vattenfall Europe Contracting (VEC) und dem Krankenhaus erreicht werden. Seit dem Jahr 2000 ist die VEC für die Modernisierung und den Anlagenbetrieb im Krankenhaus verantwortlich.

Eine Reihe optimal aufeinander abgestimmter Einzelmaßnahmen haben den Verbrauch an Wärme und Strom deutlich vermindert. Gekoppelt mit der konsequente Überwachung und Anpassung an die tatsächliche Energienutzung im Krankenhaus sowie der guten Kommunikation zwischen Contractor und Krankenhaus wurde der Boden für die hohen Einsparpotentiale bereitet. Mit der Inbetriebnahme eines neuen Blockheizkraftwerkes im Jahr 2004 konnte ein weiterer Meilenstein in Richtung Energieeffizienz getätigt werden.

Wir freuen uns, dass sich das Evangelische Krankenhaus Hubertus für die Verlängerung der Auszeichnung „Energie sparendes Krankenhaus“ entschieden hat. Damit hat das Haus die Möglichkeit weitere fünf Jahre ihr Engagement für den Klimaschutz nach außen hin darzustellen.

Mehr Informationen unter www.energiesparendes-krankenhaus.de

Ansprechpartner bei VEC: Jens.Kothe@vattenfall-contracting.de

 

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2. Fraunhofer Institut untersucht Energieeffizienz in Krankenhäusern

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Das Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Umwelt, - Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) „Energieeffiziente Krankenhäuser“, an dem sich 20 Krankenhäuser beteiligen, will die Informationen liefern, die für die Energieoptimierung notwendig sind. Anspornend dabei wirkt die Aussicht auf Kostenersparnis: Die Energieagentur in NRW geht davon aus das bis zu 40% der Kosten für Energie eingespart werden können.

Doch Vorraussetzung ist, dass man die Strukturen kennt und die Faktoren, die den Verbrauch steuern. Am Anfang werden zunächst umfangreiche Lastgangmessungen in allen energierelevanten Verbrauchssektoren gemacht, die Auskunft darüber geben, ob und wo es Einsparmöglichkeiten gibt.

Ein Workshop am 4. Mai hat bereits gezeigt, dass die Energieverbrauchsdaten in den meisten Krankenhäusern nicht vorliegen oder aus Mangel an Zeit oder Geld nicht ausgewertet werden können.

Zentrale Anliegen der Untersuchung ist es, die individuellen Eigenschaften der Krankenhäuser erstmalig zu berücksichtigen, um daraus aussagekräftige Energiekennzahlen zu entwickeln. Herr Dr. Dötsch vom Fraunhofer Institut betont, dass es notwendig ist, sich in der Untersuchung auf eine übliche Krankenhausgröße mit 300-600 Betten zu konzentrieren, damit andere Kliniken die Ergebnisse verwerten können. „Denn jedes dritte Bett steht in dieser Klinikkategorie.“

Das Forschungsprojekt des Fraunhofer Instituts wird von der Deutschen Umweltstiftung mit rund 125.000 Euro gefördert und von einem Expertenbeirat sowie regionalen Vertretern des Fachverbandes Krankenhaustechnik beraten. Die Ergebnisse des Projekts will der Projektleiter Herr Baier in einem Expertenkreis der Technischen Leitern von Kliniken besprechen.

Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik

Umsicht

Osterfelder Straße 3

46047 Oberhausen

Kontakt: Dipl.- Ing. Carsten Beier

carsten.beier@umsicht.fraunhofer.de

Telefon: 0208-8598-1416

 

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3. Verstärkte Zusammenarbeit zwischen dem BUND Gütesiegel Energie sparendes Krankenhaus und dem Deutschen Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser vereinbart

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Bei einem gemeinsamen Treffen des BUND-Projektteams „Energie sparendes Krankenhaus“, und dem Geschäftsführer des Deutschen Netzes Gesundheitsfördernder Krankenhäuser (DNGfK), Felix Bruder, in Berlin wurde eine stärkere Zusammenarbeit vereinbart.

Beide Initiativen sind darum bemüht Qualitätsstandards in Krankenhäusern zu etablieren, die über das normale gesetzliche Maß hinausgehen und eine nachhaltige Verbesserung der Situation von Mensch und Umwelt herbeiführen. Beide Projekte bieten den Krankenhäusern längerfristig Einsparpotentiale und sind damit wichtige Managementinstrumente.

Um Zukunftsfähigkeit geht es auch dem DNGfK. So seien Projekte zum Umweltschutz im Rahmen der WHO-Standards zur Gesundheitsförderung von besonderer Bedeutung. „Die Mitglieder beider Netzwerke sollten gegenseitig voneinander profitieren“, so Felix Bruder. „Ein Energie sparendes Krankenhaus wird sich bei der Bewerbung um die Mitgliedschaft im DNGfK mit Sicherheit leichter tun.“

Mit gemeinsamen Veranstaltungen, Informationen und Öffentlichkeitsarbeit werden die beiden Netze zukünftig Synergien nutzen.

Weitere Informationen über Deutsche Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser unter: www.dngfk.de/

 

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4. Energiesparpartnerschaft im Berliner Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe

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Um seine Energieausgaben in den Griff zu bekommen, ist das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe eine Energiesparpartnerschaft in Form eines Energiespar-Contracting mit der Vattenfall Europe Berlin (VE) eingegangen. Im Zuge dessen wird in der anthroposophischen Klinik eine Einsparung von 24 Prozent der Energiekosten pro Jahr garantiert. Mit einem Teil der eingesparten Mittel werden die energetischen Umstrukturierungen zunächst refinanziert, nach acht Jahren profitiert das Krankenhäuser in vollem Umfang von den verminderten Energiekosten.

„Die Voraussetzung für die hohen Einsparungen ist eine präzisere Anpassung der Versorgung an die jeweils aktuell herrschenden Bedürfnisse“, sagt Julian Silbermann, Projektleiter bei VE. In Havelhöhe fand Herr Silbermann völlig überdimensionierte Heizungskörper vor, die aber durch eine Neujustierung des Volumenstroms des Heizwassers und angepasst an die jeweils erforderliche Raumtemperatur noch nutzbar sind.

Von den beiden jeweils 2,5 MW leistenden Gaskesseln des Heizwerks wird nur noch einer in Anspruch genommen, der andere steht für Reservezwecke zur Verfügung. Mit einem zugefügten Abgas-Wärmetauscher wurde die Leistungsfähigkeit des weiterhin benutzten Gaskessels um 10 Prozent gesteigert und deckt in kühleren Zeiten die Grundlast ab. Ein neuer wesentlich kleinerer Heizwasserbereiter (100-600KW) erwärmt das Brauchwasser und kommt bei den Lastspitzen zum Einsatz. Abgerundet wurde das neue technische Versorgungskonzept durch die Erneuerung der Pumpen sowie die Überwachung und Regelung der einzelnen Bereiche per Datenfernübertragung.

Der Leiter der Betriebstechnik im Krankenhaus Havelhöhe, Herr Andreas Küntzel, bewertet die Energiesparpartnerschaft als positiv und hebt die Kosten senkende Wirkung der neuen Gebäudeleittechnik hervor. Denn der effektivere Betrieb der Anlagetechnik mindert den Anstieg der Versorgungskosten.

Im Krankenhaus Havelhöhe wird mit Unterstützung des Contractor weiter gedacht. Die so genannten nicht investiven Maßnahmen, also das Energie sparende Verhalten von Mitarbeitern und Patienten im Haus wird unterstützt und angeleitet. Denn wer richtig lüftet, überflüssiges Licht ausschaltet und unnötigen Standby-Energieverbrauch unterbindet kann eine Menge Energie einsparen.

Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe:

Kontakt: Herr Andreas Küntzel

akuentzel@havelhoehe.de

Vattenfall Europe Berlin

Geschäftskunden Energiedienstleistungen

Region Berlin

Kontakt: Julian Silbermann

Tel.: 030 267-10884

julian.silbermann@vattenfall.de

 

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5. Förderprogramme und Beratungen

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Bundesumweltministerium (BMU): Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien – Neue Förderrichtlinie

Aus dem Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien werden Solarkollektoren, Pelletkessel und Scheitholzvergaserkessel mit Zuschüssen gefördert. Die hohe Nachfrage nach dem Förderprogramm - seit Jahresbeginn sind bereits 100.000 Förderanträge eingegangen - und die gestiegene Wirtschaftlichkeit der geförderten Anlagen macht eine Anpassung der Förderung notwendig. Das Bundesumweltministerium hat deshalb eine neue Richtlinie gebilligt.

Weitere Einzelheiten erhalten Sie unter:

http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/37276/4613/

 

Förderkompass Energie

Fördermittel für Energie sparende Maßnahmen und erneuerbare Energien

Eine Datenbank auf CD des BINE Informationsdienstes

 

Schnelle und zuverlässige Orientierung im Förderdschungel: Ob regional oder bundesweit, der Förderkompass Energie bietet umfassende und täglich aktualisierte Informationen über alle relevanten Förderprogramme von EU, Bund, Ländern, Kommunen und Energieversorgungsunternehmen. Sorgfältig recherchiert und redaktionell aufbereitet von BINE Informationsdienst.

Lizenz: 49,00 Euro pro Jahr

Weitere Informationen unter: foerderinfo@bine.info

www.Bine.info

 

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6. Informatives

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Umweltportal Deutschland

PortalU, das Umweltportal Deutschland, ist ein gemeinsames Internetportal des Bundes und der Länder. Das Portal bietet einen zentralen Zugriff auf die Internetseiten, Datenkataloge und Datenbankeinträge von öffentlichen Institutionen und Organisationen im Bund und in den Ländern. Außerdem können über PortalU gezielt aktuelle (Umwelt)-Nachrichten und Umweltmesswerte, detaillierte Informationen zu verschiedenen Umweltthemen, Hinweise auf Veranstaltungen und neue Publikationen, sowie Informationen über historische Umweltereignisse abgerufen werden. Das Informationsangebot wird kontinuierlich ausgebaut mit dem Ziel, langfristig möglichst alle behördlichen Anbieter von Umweltinformationen in Deutschland erfassen.

Alles weitere über das Portal unter: http://www.portalu.de/ingrid-portal/

 

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Impressum:

Hrsg. Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Landesverband Berlin e.V.

Crellestraße 35

10827 Berlin

Tel.: (030) 78 79 00 – 0

Fax: (030) 78 79 00 -18

E-Mail: presse@bund-berlin.de

 

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bitte eine E-mail an: newsletter@bund-berlin.de

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Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an:

Projektleiterin Mechthild Zumbusch

mechthild.zumbusch@bund-berlin.de

BUND Landesverband Berlin e.V.

Crellestr. 35

10827 Berlin

Tel. (030) 78 79 00 – 21

Fax. (030) 78 79 00 – 28

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