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Newsletterarchiv


Newsletter Ausgabe 4/2004

 

Wir freuen uns, Ihnen die neue Ausgabe 4/ 2004 unseres Newsletters „Energie sparendes Krankenhaus“ des BUND-Gütesiegels zu präsentieren.

Viel Spaß beim Lesen wünscht der BUND Berlin e.V.

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Inhalt:

 1. BUND-Gütesiegel Verleihung am 7. Juli 2004 im St. Joseph-Krankenhaus in Berlin-Weißensee

 

2. BHKW-Einweihung im Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin am 25.6.2004

 

3. Ankündigung: Teilnahme TK 2004 in Hannover

 

4. 268 m² große Solarthermie-Anlage auf dem Dach des Malteser-Fachkrankenhauses Berlin-Charlottenburg

 

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1. BUND-Gütesiegel Verleihung am 7. Juli 2004 im St. Joseph-Krankenhaus in Berlin-Weißensee

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Am Mittwoch den 7. Juli 2004 wurde das St. Joseph-Krankenhaus in Berlin-Weißensee als sechstes Krankenhaus in Berlin von uns mit dem BUND Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ ausgezeichnet. Das Krankenhaus liegt mit seinen Energieverbrauchswerten etwa 30 % unter dem Durchschnittsverbrauch vergleichbarer Krankenhäuser. Unter den vielfältigen Maßnahmen zur Energieeffizienz ist eine Photovoltaikanlage mit 15 kW, die seit 2001 ins Stromnetz einspeist besonders hervorzuheben. Bei der feierlichen Übergabe sprachen Wolfgang Heßler der kaufmännische Direktor, Johannes Lehmann Bezirksstadtrat für Gesundheit und Soziales, Elmar Hauptenbuchner der Leiter des Gebäudemanagements und Stefan Bundscherer der Geschäftsführer

des BUND Berlin e.V. Mehr Informationen und Bilder dazu unter http://www.energiesparendes-krankenhaus.de

 

2. BHKW-Einweihung im Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin am 25.6.2004 ***********************************************************************

Am 25.6.2004 nahm das Projektteam des „Energie sparenden Krankenhauses“ teil an der feierlichen Veranstaltung zur Einweihung des neuen BHKW´s im Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin. Mit ihm erzeugt das Krankenhaus jetzt zwei Drittel seines Strombedarfs selbst. Damit ist das Krankenhaus einen weiteren Schritt im Rahmen des Energieeinsparungskonzeptes mit der Vattenfall Europe Contracting gegangen. Weitere Infos und Bilder darüber unter http://www.energiesparendes-krankenhaus.de

 

 3. Ankündigung TK 2004 in Hannover vom 4.-6. Oktober 2004 ********************************************************

Im Rahmen der Veranstaltung TK 2004 Technik im Krankenhaus in Hannover vom 4.-6. Oktober 2004 werden wir vom Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ am 6. Oktober um 15:00 Uhr im Hörsaal E im Themenbereich Energiemanagement mit einem Vortrag vertreten sein. Das gesamte Programm der Veranstaltung finden Sie unter http://www.wgkt.de/tk2004/

 

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 4. 268 m² große Solarthermie-Anlage auf dem Dach des Malteser-Fachkrankenhauses Berlin-Charlottenburg

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Vielen Dank an den technischen Leiter des Malteser-Fachkrankenhauses Hr. Stein für die Führung am 22. Juni 2004 in seinem Haus und die Beantwortung unserer Fragen. Vielen Dank auch an Dr.-Ing. Ulrich Schirmer. Er begleitet leitend die wissenschaftliche Betreuung der Solarthermie-Anlage für die TU Chemnitz Fakultät Maschinenbau im Bereich Technische Thermodynamik. Er beantwortete unsere Fragen per Mail und am Telefon.

 

 Auch in unseren Breitengraden kann ein beträchtlicher Teil unseres Energiebedarfs zur Warmwasser- und Raumwärmeversorgung mittels Sonnenenergie gedeckt werden. Damit können wertvolle fossile Brennstoffe eingespart und die Emissionen von Kohlendioxid in die Erdatmosphäre reduziert werden.

 

Die größte Solarthermie-Anlage auf einem Krankenhaus in Berlin ist au f dem Malteser-Fachkrankenhaus Berlin-Charlottenburg installiert. Sie hat eine Größe von 286 m² und besteht aus 143 Kollektoren zu je 2 m ², die auf dem Flachdach des Krankenhauses auf Stahl-Unterkonstruktionen aufgeständert sind. Im Keller befinden sich 3 Puffer- und 1 Trinkwasserspeicher, jeder mit einem Volumen von 5000 Litern.

 

 Die im Rahmen des Programmes „Solarthermie 2000“ errichtete Solarthermie-Anlage dient zur Brauchwassererwärmung. Sie wurde 1999 errichtet und im Dezember 1999 in den Probebetrieb genommen. Der Warmwasserbedarf im Krankenhaus beträgt 21 m³ pro Tag. Die Deckungsrate beträgt 45%.

 

 Die Kosten für die gesamte Anlage betrugen inklusive Planungs- und Mehrwertsteuer ca. 198.000 €, das sind etwa 693 €/ m². Es werden mit der Anlage verglichen zu vorher (Wasser wurde mit Erdgas erwärmt) 26.000 m³ Erdgas eingespart, dass entspricht einer Kohlendioxid-Ausstoß Reduzierung von 50.000 kg. Bei der Projektplanung wurde errechnet, dass jährlich 145.000 kWh eingespart werden können. Im ersten Messzeitraum wurde dieses Ziel knapp verfehlt, aber im zweiten Messzeitraum, der noch nicht abgeschlossen ist schreibt Hr. Dr.-Ing. Ulrich Schirmer, dass die Ergebnisse in der Planungsnähe liegen werden.

 

Eine Wartung der gesamten Anlage sollte 1-mal im Jahr stattfinden. Sie wird von einem Berliner Ingenieurbüro durchgeführt und die Kosten belaufen sich auf 550 € pro Wartung.

 

Welche Vorteile ergeben sich für den technischen Leiter, für das Krankenhaus durch die wissenschaftliche Betreuung der Hochschule?

 

Die Anlagengüte wird ständig anhand realer Messdaten überprüft. Die Anlagenfunktion wird kontinuierlich überwacht. Das heißt in der Praxis, dass bei Betriebsstörungen sofort gesagt werden kann woran es liegt. Das Personal vor Ort hat oft nicht die Zeit und die Erfahrung für die wissenschaftliche Begleitung. So kümmern sich die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Uni um die „Solarthermie-Anlage“ und das technische Personal um die Haustechnik.

 

Als Messdaten werden aufgenommen:

 

Die Globalstrahlung und die Außentemperatur, 17 weitere Temperaturmessstellen, verschiedene Volumenströme und Statussignale werden aufgezeichnet und damit die Wärmemengen, kumulierte Erträge, Pumpenlaufzeiten und Hilfsenergieverbräuche berechnet. Diese Messgrößen werden mit einem Data-logger erfasst, gespeichert und üb er eine Modemverbindung zur Auswertung an die betreuende Einrichtung (in diesem Fall die Fachhochschule Stralsund) übertragen.

Des Weiteren können die Messdaten mit einem PC, der sich in der Anlage befindet vor Ort dargestellt und bearbeitet werden. Die Daten werden wöchentlich zur Technischen Universität nach Chemnit z übertragen und die Datenauswertung erfolgt wöchentlich. Die Einwahl u m die Messdaten On-line zu überprüfen wird 1-2 Mal die Woche durchgeführt. Die wissenschaftliche Begleitung wird regelmäßig vom Krankenhaus beantragt. Die Kosten übernimmt der Projektträger Jülich für das Bundesministerium für Umwelt über die Solarthermie 2000. 

 

Bei Nachfrage geben wir gerne die Adressen weiter. mail an: hebeda@bund-berlin.de

 

 

 

 



Solarthermie-Anlage auf dem Malteser-Fachkrankenhaus Berlin-Charlottenburg




Michael Stein und Margit Hebeda bei der Führung am 22.6.2004.


Anzeigetafel vor dem Krankenhauseingang.


Die Speicher im Keller des Malteser-Fachkrankenhauses Berlin-Charlottenburg.

 

 

 

Technische Beschreibung

 

Die aus der Sonneneinstrahlung gewonnene Wärmeenergie wird mittels einer Wärmeträgerflüssigkeit (Wasser-Glykol-Gemisch) im Kollektorkreis im Low-Flow-Betrieb transportiert und über einen Wärmetauscher an den Pufferspeicherkreis übergeben. Die Be- und Entladung der Pufferspeicher erfolgt über temperaturabhängig gesteuerte Motorventile, so dass das solar erwärmte Wasser temperaturorientiert eingeschichtet wird. Damit steht am Pufferspeicherausgang schnellstmöglich Warmwasser zur Verfügung. Mit einem zweiten externen Wäremtauscher wird die Wärmeenergie an das eigentliche Trinkwasser übergeben und bei Bedarf über das konventionelle Heizsystem nacherwärmt.

 

Um die Anlage exakt an den tatsächlichen Verbrauch anpassen zu können, wurde im Vorfeld der Anlagenplanung der Warmwasserverbrauch im Objekt gemessen. Ausgehend von einer Belegung mit ca. 300 Personen (Patienten und Pflegepersonal) und dem Bedarf in der Küche ergibt sich ein durchschnittlicher Tagesverbrauch von 21 m³ Warmwasser.

 

Weitere Informationen zu den Projekten von Solarthermie 2000 unter http://www.tu-chemnitz.de/mb/SolTherm/ST2000/

 

 

 

 

 

 

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